Bürger fahren für Bürger!

Jahr 2014

Schulung der Fahrerinnen und Fahrer „Gemeinsam gegen den Herztod“ beim DRK Denkendorf.

Am 21.10.2014 haben im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts der Gemeinde Denkendorf und des DRK Denkendorf die Fahrerinnen und Fahrer des Bürgerbusvereins an einem Kurs „Gemeinsam gegen den Herztod“ teilgenommen. Es wurden die Herz-, Lungenwiederbelebung und der Umgang mit dem Defibrillator unterwiesen und geübt. Mit dem sehr engagierten Team des DRK’s und den Fahrerinnen und Fahrern wurde dieser Kurs zum vollen Erfolg.

Wir danken dem DRK für die fachkundige Unterweisung.

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Zwei Fahrerkollegen üben

den Umgang mit dem Defibrillator.
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Die Fahrerinnen und Fahrer hören gespannt

den Ausführungen des

DRK-Teams zu !

 

 

 

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Gemeindeanzeiger Denkendorf am 09.10.2014, „Aktuelles notiert“:

PräsidiumBürgerbus-Vereine gründen Landesverband

Bürgerbus-Verein Denkendorf ist Gründungsmitglied

Am 14.09.2014 wurde im Bereich der Bürgerbusse in Baden-Württemberg Geschichte geschrieben: Auf Initiative der Bürgerbusvereine Denkendorf, Salach, Ebersbach, Aichwald und Korntal-Münchingen wurde in Uhingen in feierlichem Rahmen der Landesverband  „proBürgerBus Baden-Württemberg“ gegründet. 17 Bürgerbus-Organisationen aus dem ganzen Land, unter ihnen auch der Bürgerbus-Verein Denkendorf e.V. und darüber hinaus weitere Vereinigungen, sind dazu jüngst im Filstal zusammen gekommen. Im Beisein zahlreicher Ehrengäste, unter ihnen der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann und Göppingens  Landrat Edgar Wollf, wurde die Gründungssatzung beschlossen und der Geislinger Landtagsabgeordnete Sascha Binder einstimmig zum Präsidenten des Verbandes gewählt. Als Dachverband will proBürgerBus Baden-Württemberg künftig anderen Bürgerbus-Vereinen bei der Gründung beratend zur Seite stehen und die Interessen der Mitglieder bündeln und nach außen vertreten.

Verkehrsminister Hermann begrüßte den Aufbau von Bürgerbussen ausdrücklich. „Mit dem demographischen Wandel und der damit einhergehenden Änderung der Mobilitätsbedürfnisse einerseits sowie steigenden Energiekosten andererseits verändern sich die Rahmenbedingungen für den ÖPNV jedoch auch gravierend“, betonte der Verkehrsminister. Das Ziel eines flächendeckenden ÖPNV-Angebots außerhalb von Ballungsräumen lasse sich schon aus Kostengründen mit herkömmlichem Linienverkehr nicht erreichen. „Wir brauchen Bürgerbusse, weil sie das ÖPNV-Angebot in der Fläche passgenau ergänzen und erweitern und dabei lokale Ressourcen aktivieren. Sie sind erfolgreich, weil sie nahe an den Menschen vor Ort sind“, so Hermann.

Das Ziel zur Gründung eines Landesverbandes kam bereits vor über zwei Jahren auf, als sich einige der frühen Bürgerbusvereine auf Initiative Denkendorfs im Februar 2012 zum ersten Mal zu einem Erfahrungsaustausch in Denkendorf trafen.


 Gemeindeanzeiger Denkendorf am 14.08.2014, „Aktuelles notiert“:

Bürgerbus weiter auf Erfolgskurs

10.000 Fahrgast geehrt

Vergangene Woche konnten Bürgermeister Peter Jahn und die beiden Vorsitzenden des Bürgerbus-Vereins, Gerd Schmucker und Jürgen Hofmann, den 10.000 Fahrgast im Denkendorfer Bürgerbus begrüßen. Annemarie Schulz aus Denkendorf war mit ihrem Ehemann auf dem Weg zum Denkendorfer Freibad, als der Verwaltungschef und die Vereinsspitze den Jubiläums-Fahrgast mit einem Blumenstrauß und einem Geschenk der Gemeinde überraschten. Mit Annemarie Schulz hat es eine echte Bürgerbus-StammfahreriJubilarin_10000n erwischt: „Mein Mann und ich fahren im Sommer fast täglich aus dem Oberdorf mit dem Bürgerbus ins Denkendorfer Freibad“, berichtete die Jubilarin.

Bürgermeister Jahn freute sich besonders über diese Worte. „Der Denkendorfer Bürgerbus wird damit genau so verstanden, wie wir es uns wünschen: Er hilft die topographischen Barrieren zu überbrücken und führt vor allem für die ältere Bevölkerung zu einem großen Mobilitätsgewinn“, so Jahn.

Der Bürgerbus ist mittlerweile fast 3 ½ Jahre in Denkendorf unterwegs. Seit der ersten Tour des Busses haben die ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer über 5.500 Fahrstunden am Steuer des Busses abgeleistet und  dabei eine Strecke von über 80.000 Kilometern  nahezu unfallfrei zurückgelegt. Die Besucherkurve entwickelte sich dabei im Laufe der Betriebsjahre immer steiler nach oben „Wir starteten 2011 mit acht Fahrgästen pro Betriebstag und haben jedes Jahr einen kontinuierlichen Anstieg verzeichnet. Seit Beginn des Jahres 2014 können nun schon durchschnittlich 18 Fahrgäste täglich begrüßt werden. Dies ist eine enorme Steigerung“, betont der erste Vorsitzende des Bürgerbus-Vereins, Gerd Schmucker, und wertet dies als Zeichen dafür, dass die Bürgerinnen und Bürger die Vorteile dieser Innerortslinie erkannt und schätzen gelernt haben.

Ohne den unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz der Aktiven des Bürgerbus-Vereins wäre diese erfreuliche Entwicklung so nicht möglich gewesen. Dies stellte auch Bürgermeister Peter Jahn deutlich heraus und richtete seinen Dank an den rührigen Ausschuss des Bürgerbus-Vereins sowie insbesondere an die 24 Fahrerinnen und Fahrer, die das Bus-Angebot derzeit realisieren. Dank gelte aber ebenso den zahlreichen Spendern und Sponsoren, ohne die das Bürgerbusprojekt in seiner jetzigen Form nicht möglich wäre.

v.l. Jürgen Hofmann (BBD), Annemarie Schulz, Bürgermeister Peter Jahn, Fritz Berner (Gemeinde), Gerd Schmucker (BBD)


                                                              9000. Fahrgast geehrt!

DSCI0056Nach der Ehrung des 8000sten Fahrgastes vor knapp zweieinhalb Monaten konnte am Mittwoch, 21.05.2014 schon der 9000ste Fahrgast auf der Bürgerbuslinie begrüßt werden. Als der 1. Vorsitzende des Bürgerbus-Vereins am Meximieuxplatz den Bürgerbus mit einem Blumenstrauß bestieg waren die drei Damen, die als Fahrgäste an Bord waren sichtlich überrascht.  Auf die Nachfrage, wer denn als letzter Fahrgast in den Bürgerbus zugestiegen sei, gab Frau Ursula Skrzydelski (gesprochen Schydelkski) zu erkennen, dass Sie diejenige war. Gerd Schmucker überreichte Frau Skrzydelski  einen Blumenstrauß und einen Gutschein für eine Eintrittskarte des Veranstaltungsrings. „Ich freue mich sehr über die Überraschung“,  sagte Sie mit einem Lächeln. „Ich nutze den Bürgerbus öfters zum Einkaufen und  zur Fahrt ins Freibad“.  Auch Sie ist inzwischen ein treuer Stammfahrgast des Bürgerbusses. Wir bedanken uns stellvertretend für alle Fahrgäste bei Frau Skrzydelski für Ihr Vertrauen, das Sie unseren Fahrerinnen und Fahrern bei den alltäglichen Fahrten auf der Bürgerbuslinie entgegenbringen und freuen uns schon auf den 10 000sten Fahrgast.

 


DSCI00048000. Fahrgast im Bürgerbus Denkendorf geehrt

Am Freitag, den 28.02.2014 konnte der 8000ste Fahrgast auf der Bürgerbuslinie begrüßt werden. Frau Anni Hollik war sichtlich überrascht, als Ihr Gerd Schmucker, Geschäftsführer des Bürgerbus-Vereins,  einen Blumenstrauß und einen Gutschein für eine Eintrittskarte des Veranstaltungsrings überreichte.“Ich freue mich sehr über die Überraschung“,  betonte Anni Hollik. „Ich nutze den Bürgerbus mehrmals wöchentlich für Einkäufe und  zur Teilnahme an Veranstaltungen der Altenbegegnungsstätte“.  Anni Hollik ist ein treuer Stammfahrgast des Bürgerbusses seit dessen Einführung im Jahr 2011. Ihr gefiel die Bürgerbusidee so gut, dass Sie am 15.01.2012 als Mitglied in den Bürgerbusverein eintrat und so selbst zum Betrieb der Bürgerbuslinie beiträgt.

Der Bürgerbus ist nun mittlerweile seit 3 Jahren in Denkendorf unterwegs. Seit der ersten Tour des Busses haben die 24 Fahrerinnen und Fahrer ca. 5000 Fahrstunden am Steuer des Busses  abgeleistet und  dabei eine Strecke von 70000 Kilometern  nahezu unfallfrei zurückgelegt. “ Wir bedanken uns bei  allen Fahrgästen für ihr Vertrauen,  das sie uns die letzten 3 Jahre entgegen gebracht haben und wünschen uns weiterhin schöne Gespräche und viele Fahrgäste im Bürgerbus“, unterstrich Geschäftsführer Schmucker.


 

Stabwechsel an der Spitze des Bürgerbusvereins

Gerd Schmucker wird neuer Vorsitzender / Fritz Drechsler für seine Verdienste geehrt

In der jüngsten Mitgliederversammlung des

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Bürgerbusvereins am 18.03.2014 ist der Gründungsvorsitzende des Vereins, Fritz Drechsler, aus seinem Amt ausgeschieden. Nach mehreren Jahren intensiver Arbeit für den Bürgerbus möchte er jetzt etwas kürzer treten und seinen Ruhestand genießen. Nachdem auch Betriebsleiter und stellvertretender Vorsitzender Alexander Koch sein Amt aus beruflichen Gründen zur Verfügung gestellt hat, wurden mehrere Vorstands- und Ausschussmitglieder neu gewählt. Gerd Schmucker übernimmt das Amt des Vorsitzenden und wird zukünftig Hauptansprechpartner für die Belange des Bürgerbusses sein. Er wird in diesem Zusammenhang vom neuen Betriebsleiter und stv. Vorsitzenden Jürgen Hofmann unterstützt.

 
von links nach rechts:
Der neue Vorsitzende Gerd Schmucker, ehemaliger und Ehrenvorsitzende Fritz Drechsler sowie Betriebsleiter und stv. Vorsitzender Jürgen Hofmann

 

Dem scheidenden Vorsitzenden Fritz Drechsler wurde in Anerkennung seiner Verdienste und seines Engagements für den Bürgerbusverein die Vereins-Ehrenmitgliedschaft verliehen. Bürgermeister Jahn würdigte seinerseits das Wirken von Fritz Drechsler und dankte ihm für seine tatkräftige Unterstützung bei der Einrichtung des Bürgerbusses in Denkendorf. Auch von Seiten der Bürgerbusmitglieder erntete der Ausscheidende, der sich jedoch nicht ganz zurückzieht, viel Lob und Anerkennung. Mit Gerd Schmucker konnte ein kompetenter Nachfolger gefunden werden. Beide sind Männer der ersten Stunde: Sowohl Fritz Drechsler als auch Gerd Schmucker haben an der ersten Sitzung des Arbeitskreises Bürgerbus am 23.11.2009 teilgenommen und sich voll und ganz für die Idee „Bürgerbus Denkendorf“ engagiert.

Inzwischen ist der Bürgerbus zu einer festen Größe in Denkendorf und für viele Menschen eine wertvolle Unterstützung geworden. Fritz Drechsler ist in Sachen Ehrenamt schon viele Jahre in der Gemeinde unterwegs und längst kein Unbekannter mehr. Schon als Vorsitzender des HGD bzw. später des BDS hat er die Interessen der Handels- und Gewerbetreibenden in Denkendorf vertreten. Später kam sein Engagement als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Denkendorfer Vereine (ARGE) hinzu. Als Vorschlag von Bürgermeister Jahn wurde Fritz Drechsler mit Entstehung des Arbeitskreises Bürgerbusses zum Sprecher dieser Gruppe ernannt. Sein langjähriges Engagement und seine Erfahrungen im Ehrenamt aber auch seine berufliche und persönliche Verbundenheit mit dem Thema, machten ihn zur Idealbesetzung für diese Tätigkeit. So hat er gemeinsam mit dem Bürgerbusteam viel Zeit dafür verwendet die Idee der Einrichtung eines Bürgerbusses in Denkendorf umzusetzen, einen Linienplan zu erarbeiten, Fahrer anzuwerben, einen Bürgerbusverein zu gründen, ein Fahrzeug anzuschaffen, die Idee zu publizieren und letztendlich den Bürgerbus in Betrieb zu nehmen.

Am 14.02.2011 startete der Bürgerbus seine erste Linienfahrt in Denkendorf. Seitdem wurde zur Steigerung der Kundenzufriedenheit weiter an der Verbesserung des Konzeptes gearbeitet. Es wurde z.B. die Möglichkeit der Fahrtunterbrechung eingerichtet, zahlreiche Sonderfahrten durchgeführt, Fahrplanbroschüren erstellt, die Linienführung geändert und erweitert und viel Liebe ins Detail gesteckt. Inzwischen hatte der Bürgerbus weit über 7.000 Fahrgäste und 24 ehrenamtliche Fahrer. Unter dem Motto: „Bürger fahren für Bürger“ baut das Konzept eben auf dem ehrenamtlichen Engagement der Bevölkerung auf. Daher werden laufend neue Fahrer gesucht, die sich an dieser Idee beteiligen. Nur so kann der Bürgerbus auch zukünftig durch Denkendorf fahren. Gerd Schmucker hat sich in der Vergangenheit besonders um den Bereich der Fahrerwerbung gekümmert und darüber hinaus auch die Schriftführung im Verein übernommen. Zukünftig wird er also seinen Aufgabenbereich erweitern. Über die Mitgliederversammlung und die weiteren personellen Veränderungen wird im nächsten Gemeindeanzeiger unter der Rubrik Bürgerbus berichtet.


Bürgerbus wird voller

DENKENDORF: Täglich zwölf Mitfahrer

„Ein kleiner Wink, das ist nicht viel, der Bürgerbus bringt dich ans Ziel!“ Mit solchen und ähnlichen Verslein wirbt der Bürgerbus im Denkendorfer Amtsblatt um Fahrgäste. Und die lassen sich nicht lumpen. Im dritten Betriebsjahr hat sich die Zahl der Nutzer gegenüber dem Anfangsjahr von sechs auf zwölf Mitfahrer pro Tag verdoppelt. Und es geht weiter aufwärts: „Im ersten Drittel dieses Jahres waren es durchschnittlich schon 18 Fahrgäste“, berichtete Gerd Schmucker im Gemeinderat.

Von Ulrike Rapp-Hirrlinger

Schmucker hat jüngst Fritz Drechsler an der Spitze des 107 Mitglieder zählenden Bürgerbusvereins abgelöst. Gemeinsam mit dem neuen zweiten Vorsitzenden Jürgen Hofmann, der das Amt von Alexander Koch übernahm, stellte er sich dem Gremium vor. Drechsler habe als Initiator äußerst erfolgreiche Aufbauarbeit geleistet und eine leistungsfähige Infrastruktur geschaffen, lobte Bürgermeister Peter Jahn den scheidenden Vorsitzenden, der allerdings an dem Abend verhindert war.

An gut 250 Betriebstagen haben 2013 über 3000 Fahrgäste und damit acht Prozent mehr als 2012 den Kleinbus bestiegen. Im Februar 2014 wurde eine treue Nutzerin als 8000. Fahrgast geehrt. Vor allem ältere Menschen nutzen die innerörtliche Buslinie, die unter dem Motto „Bürger fahren für Bürger“ unterwegs ist. Der Bus ist mit einem Rollstuhllift und mit Kindersitzen ausgestattet. Besonders gut an kommt das „Wink-und-Fahr-Prinzip“, bei dem man auf Handzeichen ein- und aussteigen kann. Neben den regulären Touren von Montag bis Freitag werde die „Festlinie“ zu Veranstaltungen wie Schlehenfest, Weihnachtstreff oder verkaufsoffenem Sonntag gut angenommen, berichtete Schmucker. Geschäftsleute nutzen die Werbemöglichkeit im Fahrplanheft, das zweimal im Jahr an alle Haushalte kostenlos verteilt wird. So konnte der Verein 2013 die Betriebsausgaben von 20 000 Euro decken. Zusätzliche Kosten von gut 10 000 Euro für die Fahrzeugversicherung, Kapitalkosten des Fahrzeugs oder die Haltestelleneinrichtung übernimmt die Gemeinde.

Gesucht werden neue Fahrerinnen und Fahrer. Derzeit gewährleisten 24 Frauen und Männer ehrenamtlich den Dienst. Sie haben 1700 Fahrstunden 2013 geleistet. Der Verein überlege, in bestimmten Zeiten den Bürgerbus als Schulbus einzusetzen. Weil man gemeinsam stark ist, planten die Bürgerbusvereine zudem, sich zu einem Landesverband zusammenschließen, so Schmucker.

„Der Bürgerbus ist eine Erfolgsgeschichte, die von vielen engagierten Menschen getragen wird“, lobte Wilhelm Brandner (SPD). Die „nutzerfreundliche Betriebsform komme bei den Bürgern an. „Da steckt noch viel Potenzial drin.“ CDU-Fraktionschef Peter Nester ist überzeugt, dass der Bürgerbus auf dem richtigen Kurs ist. „Die Steigerung der Fahrgastzahlen sind dafür ein gutes Zeichen.“ Auch sein FWV-Kollege Frank Obergöker sieht die Zuwachsraten mit Freude: „Es geht voran.“

 

Artikel vom 10.04.2014 © Eßlinger Zeitung

 


 

Bürgerbus bewegt und bringt ans Ziel

Interview mit ehemaligen Vorsitzenden des Bürgerbusvereines Fritz Drechsler und dem neuen Vorsitzenden Gerd Schmucker

Redaktion: Herr Drechsler, der Vorsitzende des Bürgerbusvereins hat  viele Aufgaben. Was war ihre Motivation, sich für diese Einrichtung einzusetzen?

Fritz Drechsler: Mein Ziel war es, eine zukunftsweisende Einrichtung für alle Bürger zu schaffen. Vor allem wollte ich älteren und behinderten Menschen zu mehr Mobilität im täglichen Leben verhelfen. Mir war zu Beginn schon klar, dass man für das Projekt einen längeren Atem braucht, da gut Ding Weile haben will. Die Lücke im Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel konnte durch den Bürgerbus geschlossen werden. Mit der Einführung des Bürgerbusses sind die Ziele und Vorteile des Projektes durch die Fahrgäste bestätigt worden.

Redaktion: Herr Schmucker, welche Ziele haben Sie als neuer Vorsitzender des Bürgerbusvereins?

Gerd Schmucker: Für mich ist es wichtig, den Verein kontinuierlich weiterzuführen, die Einnahmen unserer Sponsoren aus den Werbeverträgen für die Fahrplanbroschüre zu halten und wenn möglich weiter zu steigern, neue Fahrerinnen und Fahrer für das Ehrenamt sowie weitere Fahrgäste zu gewinnen. Hier ist ein Ziel, den Bürgerbus für die Jugend von Denkendorf zugänglich zu machen. Die Jugendlichen könnten bei ihren Freizeitaktivitäten wie Sport, Musikschule, Besuch des Jugendhauses usw. den Bürgerbus nutzen.

 

Redaktion: Sie haben kürzlich die Jahresbilanz des Bürgerbusses vorgelegt. Seit der ersten Fahrt des Gemeindemobils am 14.02.2011 hat der Bürgerbus bereits über 8.000 Fahrgäste befördert. Allein im vergangenen Jahr nutzten über 3.000 Gäste den neuen Service. Bedeutet das, dass die Fahrgastzahlen ansteigen oder liegen hier jahresbedingte Schwankungen vor.
Gerd Schmucker:
Wir haben einen Trend steigender Fahrgastzahlen. Lassen Sie mich das durch die Anzahl der Fahrgäste pro Betriebstag deutlich machen. Wir starteten 2011 mit acht Fahrgästen pro Betriebstag, 2012 waren es elf  und 2013 zwölf Fahrgäste pro Betriebstag. Aber noch erfreulicher sind die ersten 3 Monate des Jahres 2014. Im März hatten wir schon 18 Fahrgäste pro Betriebstag, dies ist eine enorme Steigerung. Durch diese Steigerung konnte auch im Februar der 8000ste Fahrgast auf der Bürgerbuslinie geehrt werden.

Fritz Drechsler: Diese Entwicklung ist für uns sehr ermutigend und bestätigt diese Einrichtung.

 

Redaktion: Zu Beginn des Angebotes war das Fahrzeug völlig neu. Inzwischen hat es über 71.000 km „auf dem Buckel“ und jeden Monat kommen ca. 2000 weitere Kilometer hinzu. Das zeigt, dass das Fahrzeug innerhalb der Gemeinde ganz schön „auf Achse“ ist. Gab es in der Zeit des Einsatzes auch schon irgendwelche besonderen Vorkommnisse. Berichten Ihre Fahrer von besonderen Erlebnissen während ihrer Einsatzzeit oder hatten Sie selber welche?

Gerd Schmucker: Ich selbst hatte seit dem Start des Bürgerbusses zwei kleinere Vorkommnisse mit glücklicherweise nur geringem Sachschaden. Generell kann man sagen, dass alle unsere Fahrerinnen und Fahrer so umsichtig fahren, dass wir in den 3 Jahren Betrieb nur sehr wenige Ausfälle des Busses in Kauf nehmen mussten. In solchen Fällen ist aber trotzdem gewährleistet, dass der Verkehr auf der Bürgerbuslinie aufrecht erhalten bleibt. Wir haben mit dem Autohaus Drechsler vertraglich geregelt, dass wir einen Leihwagen als Bus bei Ausfällen des Bürgerbusses bekommen.

Fritz Drechsler: Für mich ist es immer ein besonderes Erlebnis, wenn Besucher, die nach Denkendorf kommen, den Bürgerbus nutzen, um unseren Ort kennenzulernen. Ein Highlight war für mich auch, als ein Fahrgast einmal ein Gedicht über den Bürgerbus geschrieben hat. Dieses bewahre ich immer noch auf.

 

Redaktion: Das Bürgerbusangebot ist ein zukunftsorientiertes Angebot in der Gemeinde, das vor allem den Gehbehinderten aber auch den Familien zugutekommt. Nur wenige Kommunen haben bereits ein solches Angebot. Welche Resonanz erfahren Sie hier von den Bürgern und Einwohnern?

Gerd Schmucker: Man kann generell sagen, dass alle Fahrgäste, die einmal den Bürgerbus genutzt haben, von dem Angebot begeistert sind. Viele Fahrgäste sagen unseren Fahrern immer wieder, dass sie sich Denkendorf ohne den Bürgerbus nicht mehr vorstellen können. Manche nutzen den Bus, um Einkäufe zu erledigen, andere für den Frisörbesuch, oder einfach nur, um Denkendorf besser kennenzulernen.

 

Redaktion: Kinder bis 8 Jahren und Behinderte können das Angebot kostenlos nutzen. Gerade Behinderte erfahren dadurch eine neue Mobilität und können nun Ziele erreichen, die für Sie bisher nicht erreichbar waren. Wird das Angebot von diesen Bevölkerungsgruppen auch wahrgenommen?

Gerd Schmucker: Dieses Angebot wird tatsächlich sehr oft angenommen. Wir haben im Durchschnitt zwischen 30 und 40 Fahrgäste pro Monat, die mit ihrem Schwerbehindertenausweis kostenlos auf der Bürgerbuslinie fahren. Dazu kommen bis zu 20 Kinder unter 9 Jahren pro Monat, die ebenfalls kostenfrei befördert werden.

Fritz Drechsler: Auch Bewohner des Martin-Luther-Hauses nutzen den Bürgerbus häufig. Wir bieten für neue Heimbewohner auch in bestimmten Zeiträumen Rundfahrten an, die großen Zuspruch erfahren.

 

Redaktion: Neu im Angebot ist auch ein 10er Block, der nur 9 € kostet. Damit bekommt man bei jeder 10. Fahrt eine geschenkt. Außerdem können die Fahrgäste ihre Fahrt unterbrechen, um etwas zu erledigen oder einzukaufen und später mit dem gleichen Ticket weiterfahren. Dieses günstige Angebot ist nur möglich, weil die Fahrer ihre Tätigkeit ehrenamtlich und völlig unentgeltlich ausüben. Sie beide sind auch als Fahrer tätig. Was ist Ihre Motivation sich hierfür zu engagieren?

Fritz Drechsler: Wir wollen unseren Anteil dazu beizutragen, dass das Ziel des Bürgerbusses erfüllt und besonders älteren oder behinderten Menschen mehr Mobilität im täglichen Leben ermöglicht werden kann.

 

Redaktion: Gerade durch den ehrenamtlichen Einsatz der Fahrer steckt hinter dem Einsatz eine ganz andere Motivation als bei Berufsfahrern. Zwischenmenschliche Kontakte haben hier viel mehr Raum und fallen häufig auf fruchtbaren Boden. Ist die Atmosphäre deshalb im Bürgerbus Ihrer Meinung nach anders als in anderen öffentlichen Verkehrsmitteln?

Gerd Schmucker: In jedem Fall. Steigt ein Fahrgast in den Bürgerbus ein, so entsteht in den meisten Fällen ein Gespräch zwischen dem Fahrer und dem Fahrgast. Man erfährt, was es für Neuigkeiten in Denkendorf gibt, unterhält sich über das Wetter oder das Wohlbefinden des Fahrgastes. Steigen weitere Fahrgäste zu, so entwickelt sich fast immer eine Unterhaltung zwischen den einzelnen Fahrgästen, ob sie sich kennen oder auch nicht. Die Fahrerinnen und Fahrer wissen bei den meisten Stammfahrgästen, wo Sie einsteigen und wo sie wieder aussteigen möchten, ohne dass sie noch irgendwelche Angaben zum Ziel geben müssen. So etwas gibt es bei den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht.

Fritz Drechsler: Die überausgroße Dankbarkeit der Fahrgäste beeinflusst hierbei eine sehr positive Grundeinstellung der Fahrer. Man bekommt also durchaus etwas von den Gästen zurück.

 

Redaktion: Insgesamt sind 24 Fahrer für den Bürgerbus unterwegs, die im vergangenen Jahr 1700 Stunden Einsatzzeit hatten. Wie haben Sie es geschafft, so viele ehrenamtliche Helfer zu motivieren?

Fritz Drechsler: Die Fahrer wurden überwiegend durch persönliche Ansprache angeworben. Inzwischen wirbt das Projekt für sich selbst. Viele haben mittlerweile erkannt, dass es sich um eine gute Sache handelt.

 

Redaktion: Wie viele Fahrer sind überhaupt notwendig, um den Betrieb aufrechtzuerhalten? Haben Sie auch „Nachwuchssorgen“? Welche Voraussetzungen müssen die Fahrer mitbringen?

Gerd Schmucker: Wir sind zurzeit in der komfortablen Lage, den Einsatzplan für die Fahrerinnen und Fahrer frei zu gestalten. Das heißt, jeder Fahrer trägt sich ein- oder mehrmals in eine Liste für den nächsten Monat ein. Momentan ist es kein Problem, die Liste zu füllen. Jeder kann also selbst bestimmen, wie oft er fahren möchte. Unsere Fahrer bevorzugen es, halbtags zu fahren. Es reicht also gerade vollkommen aus, wenn ein Fahrer ein- bis zweimal pro Monat 3 bis 4 Stunden an Zeit mitbringt.
Um diesen Standard auch in Zukunft halten zu können, ist es für unseren Verein so wichtig, neue Fahrerinnen und Fahrer für unser Team zu gewinnen. Je mehr Fahrer zur Verfügung stehen, umso einfacher ist es, den Einsatzplan zu gestalten. Im nächsten Jahr müssen die meisten Fahrer von uns die medizinisch psychologische Untersuchung wiederholen, da die Personenbeförderungsscheine nach 5 Jahren auslaufen.

Hier kann es durchaus zu einer Zäsur kommen. Zu den Voraussetzungen, die ein Fahrer mitbringen muss: Um den Bürgerbus fahren zu können, benötigt der Fahrer den Führerschein Klasse B (früher Klasse 3), er muss das 21ste Lebensjahr vollendet haben und – da wir den Personenbeförderungsschein benötigen – eine medizinisch-psychologische Untersuchung durchführen. Aber die Anforderungen sind nicht sehr hoch und leicht zu erreichen. Die Kosten trägt selbstverständlich der Verein. Wer Interesse hat kann sich gerne mit der Geschäftsstelle in Verbindung setzen.

Fritz Drechsler: Außerdem besuchen die Fahrer jährlich einen Erste-Hilfe-Kurse beim DRK, um eine größtmögliche Sicherheit der Fahrgäste zu gewährleisten.

 

Redaktion: Seit letztem Sommer fährt der Bürgerbus nun während der heißen Zeit auch das beliebte Denkendorfer Freibad an. Der Bürgerbus ist damit das einzige öffentliche Verkehrsmittel, das dort hält. Wie ist dieses neue Angebot angenommen worden?

Gerd Schmucker: Wir haben die Fahrgastzahlen, die im Freibad zu- bzw. ausgestiegen sind, nur in den Monaten Juli und August registriert. In diesen Monaten  haben 50 Fahrgäste das Freibad besucht. Hier ist noch ein bisschen Luft nach oben. Aber ich bin zuversichtlich, dass dieses Jahr wesentlich mehr Fahrgäste in Richtung Freibad unterwegs sein werden. Wir  fahren übrigens die Haltestelle Freibad auch im Winter an, weil die Bewohner der Hohenheimer Straße den Bürgerbus zunehmend nutzen.

Fritz Drechsler: Gerade auch bei dieser Erweiterung haben wir die Erfahrung gemacht, dass es immer eine gewisse Anlaufzeit braucht, bis die Vorteile erkannt werden. Diese Erfahrungen machen wir immer wieder im täglichen Leben.

 

Redaktion: Immer wieder berichten Leute darüber, dass einzelne Teilstrecken kaum genutzt werden. Welche Strecken werden stark frequentiert und welche weniger? Denken Sie, dass die Route vielleicht noch optimiert werden könnte? Wird der Bürgerbus zu bestimmten Zeiten besonders nachgefragt und gibt es Zeiten, in denen völlige Flaute herrscht?

Fritz Drechsler: Hierzu wird eine genaue Auswertung notwendig sein, die Klarheit für Verbesserungen bringt. Untersucht wird z.B. gerade auch, ob eine Möglichkeit  besteht, dass der Bürgerbus als Schulbus eingesetzt werden kann. Es ist so, dass wir offen sind für neue Anforderungen. Wir gehen gerne auf die Bedürfnisse der Bevölkerung ein.

 

Redaktion: In allen Straßen auf der Bürgerbuslinie, die mit Zone 30 ausgeschildert sind, haben die Fahrgäste die Möglichkeit durch Handzeichen den Bus anzuhalten und einzusteigen. Wer das Glück hat, direkt an der Bürgerbuslinie zu wohnen kann also direkt vom Haus aus wegfahren und wieder dort aussteigen. Haben die Leute Hemmungen, dieses Angebot wahrzunehmen oder wird es rege genutzt?

 Fritz Drechsler: „Wink und Fahr“ hat sich bestens bewährt und wird häufig von den Gästen wahrgenommen. Damit ist für die Fahrgäste noch mehr Flexibilität verbunden. Andere Bürgerbusse haben diese Idee von uns übernommen.

 

Redaktion: Herr Drechsler, was wünschen Sie dem Verein für die Zukunft?

Fritz Drechsler: Ich wünsche dem Bürgerbus weitere unfallfreie Fahrten und noch mehr Gäste, die dieses Angebot nutzen und schätzen lernen.

Artikel im GAZ vom 16.04.2014